Hungersnot ist für Nordkorea ein chronisches Problem. Seit seiner Machtübernahme vor zehn Jahren verspricht Kim Jong-un, die landwirtschaftliche Produktion zu steigern. Agrarpolitisch ist ihm allerdings bisher nicht viel Kluges eingefallen.

So will er jetzt zum Beispiel allen Genossenschaftsbetrieben die Schulden streichen. Zudem mahnt er die Bauern wie schon in früheren Jahren, mehr Maschinen, Gewächshäuser und Pestizide einzusetzen, auch Düngemittel. Wobei gerade Letzteres ein Problem ist. Denn Dünger ist – wie so viel anderes auch – Mangelware.

Früher hat Nordkorea den Dünger aus China importiert. Aber mit Beginn der Corona-Krise hat das Land seine Grenzen geschlossen.

Um die Mist-Not zu bekämpfen, hat sich der Diktator, der die USA mit Atomraketen bedrohen kann und gerade in diesen Tagen erneut ballistische Interkontinentalraketen getestet hat, etwas Besonderes ausgedacht: Die Bürger, fordert er, sollen mehr auf die Toilette gehen.

Erzeugt Exkremente!, befiehlt der Diktator den Nordkoreanern.

Damit sich alle daranhalten, hat er Quoten festgelegt. Wer sie erfüllt, erhält einen «Dünge-Pass», der den Handel mit Gülle ermöglicht. Jeder Haushalt hat zwischen 200 und 500 Kilogramm Dünger zu produzieren – entweder von Menschen «hausgemacht» oder hergestellt aufgrund von tierischen Exkrementen, Unkraut oder Abfall.

Immerhin: Der Diktator lässt den Bürgern die Wahl.