Die Bundeswehr will 8400 Leichensäcke bestellen und sortiert den Markt für den besten Anbieter. Doch wofür sind die «body bags»?

Das wurde als Verschlusssache eingestuft. Sprich: geheim. Das berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung.

«Die Bundeswehr weigert sich konsequent, den Sinn der Ausschreibung zu kommentieren», schreibt das Blatt in einem aktuellen Beitrag. Weder werde die Bundeswehr sich öffentlich dazu äussern, wie viele Leichensäcke bereits im Bestand seien, noch, wo diese zuletzt benötigt worden seien, heisst es in der Zeitung. Auch über die Anzahl gibt die Bundeswehr keine Auskunft.

Warum gerade 8400? Auch das bleibt unklar. Klar sei nur der zukünftige Lagerungsort. Die Säcke sollen für die Lager im brandenburgischen Krugau und im westfälischen Epe bestimmt sein.

Die Zeitung fragt in der Dachzeile des Artikels: «Vorbereitung auf den Ernstfall?» Und diese Frage, so darf man feststellen, drängt sich auf.

Wie die Weltwoche immer wieder berichtet hat, will Deutschland mit Nachdruck das politische Grossvorhaben «Kriegstüchtigkeit» umsetzen. Ohne Unterlass reden Parlamentarier und hochrangige Vertreter davon, dass es sich gelte schnellstmöglich vorzubereiten, um für einen angeblich möglichen Angriff Russlands gewappnet zu sein.

Das heisst: Aufrüstung, Hochrüstung. Nun sind 8400 Leichensäcke nicht sonderlich viel, wenn man einen grossen Krieg vor Augen hat. Und unter einer Politik, die nicht permanent von Krieg und Verteidigung spräche, würde die Nachricht wahrscheinlich kaum Aufmerksamkeit hervorrufen.

Was auch immer es mit den 8400 Leichensäcken auf sich hat, eine düstere Wahrheit halten sie uns vor Augen. Nicht wenige Soldaten, die in den Krieg ziehen, kommen in einem Leichensack zurück in ihr Land.

Marcus Klöckner ist Journalist und Autor. Der Titel seines aktuellen Buches lautet «Kriegstüchtig! Deutschlands Mobilmachung an der Heimatfront».