Die grössten Feinde der Juden sind – Juden. Und zwar solche, die sich vor den Karren antiisraelischer Agitatoren spannen lassen und in den Medien als «authentische jüdische Stimmen» die Errungenschaften und politischen Prozesse der einzigen pluralistischen Demokratie im Nahen Osten diskreditieren.

Jüdisch-antizionistische Organisationen wie Gescher, New Israel Fund (NIF), Kollektiv Doykait, Jüdisch Antikolonial oder die Jüdische Stimme für Demokratie und Gerechtigkeit in Israel/Palästina (JVJP) beteiligen sich an antiisraelischen Demonstrationen, an denen Terrorverherrlichung, Hamas-Propaganda und Aufrufe zur Vernichtung des einzigen jüdischen Staats der Erde die Regel sind.

Jüdische Intellektuelle wie Adina Rom (Gescher), Rabbiner Reuven Bar-Ephraim (Or Chadasch), Guy Bollag (JVJP) oder Shelley Berlowitz (JVJP) unterzeichnen offene Briefe, die jene verteidigen, die sich mit der Existenz einer sicheren jüdischen Heimstätte im Ursprungsland der Juden nie abfinden werden, während jüdische Familien in Israel ihre Kinder begraben.

Für diesen Verrat an der eigenen Gemeinschaft werden diese vermeintlich progressiven Juden von radikal israelfeindlichen Gruppierungen wie Palestine Solidarity Switzerland oder Babanews bejubelt. Babanews wurde aufgrund ihrer Relativierung des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 die staatliche Finanzierung gestrichen. Kommentar von Babanews: «Wir bereuen nichts.»

Mit ihrer jüdischen Identität posieren sie wie mit einer Auszeichnung, einem sakral beglaubigten Gültigkeitsnachweis ihrer unantastbaren Glaubwürdigkeit. Die Zurschaustellung der eigenen Tugendhaftigkeit verwechseln sie mit moralischer Klarheit.

Sie haben sich das antisemitische Narrativ der Juden als weisse Suprematisten aufnötigen lassen und marginalisieren damit Jahrhunderte der Verfolgung, des Exils und des Genozids, um sich beim antizionistischen Justemilieu als «gute» Jüdinnen und Juden anzubiedern.

Ich nenne diese jüdischen nützlichen Idioten, die dem ältesten Hass der Erde den Koscherstempel verleihen, Duldungsjuden.

Geduldet, solange sie sich von jenen missbrauchen lassen, die ihr antijüdisches Ressentiment als «Israelkritik» camouflieren, und es ihnen ermöglichen, sich dabei auf Juden zu berufen.

Toleriert, solange sie in den Medien als Quotenjuden die Entschuldungssehnsucht einer moralverwahrlosten «Weltgemeinschaft» bedienen, welche die vom Nazi-Genozid verfolgten Juden im Stich liess und heute mit der kognitiven Dissonanz eines vor sich her getragenen «Nie wieder» mit Milliarden die «Palästinenser» alimentiert, deren verfassungsmässig festgehaltene globale Vernichtungsdoktrin gegen die Juden sogar Hitlers regionale «Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa» übertrifft.

Zu diesen jüdischen «Kronzeugen» gehört auch alt Bundesrätin Ruth Dreifuss, die sich mit einem «dringenden Appell», in dem die «Schweizer Verantwortung für den Schutz des Völkerrechts in Gaza» beschworen wird, auf der politischen Bühne zurückmeldet.

Hinter der in alarmistischem Falsett verfassten antiisraelischen Brandrede – sie setzt israelische Geiseln mit inhaftierten palästinensischen Terroristen gleich und fordert einen Exportstopp von «Kriegsmaterial», während Israel in einem Mehrfrontenkrieg um sein Überleben kämpft – steht die «gemeinnützige und politisch neutrale» Initiative Swiss Humanity, wo sich eine Armada von notorischen «Anti-Zionisten» zusammengerottet hat, die seit Jahren einen Kreuzzug gegen den jüdischen Staat führt.

Im vierköpfigen Vorstand von Swiss Humanity sitzt der emeritierte Professor Riccardo Bocco, ehemaliger Leiter der Palestine Research Unit des Genfer Hochschulinstituts für internationale Studien und Entwicklung (IHEID).

Bocco setzt Israel mit der terroristischen Hamas gleich (ein Hamas-Verbot in der Schweiz lehnt er ab), spricht von «Staatsterror gegen die palästinensische Zivilbevölkerung» und bezichtigt Israel, mit dem «Töten palästinensischer Zivilpersonen» Milliarden zu erwirtschaften. Er tritt an Veranstaltungen des Collectif Urgence Palestine auf, das Israel beschuldigt, palästinensische Kinder zu foltern, und kooperiert mit der NGO Badil, die Preise für antisemitische Karikaturen verleiht.

Doch Dreifuss und ihre jüdischen Mitläufer sind sich nicht zu schade, mit Protagonisten ins Bett zu steigen, die aus der Dämonisierung Israels – stellvertretend für alle Juden – ein lukratives Geschäftsmodel gezimmert haben.

Das erstaunt nicht, denn weder für die instrumentalisierten Juden noch für Swiss Humanity ist die auf ihrer Website hochgehaltene «humanitäre Tradition der Schweiz» tatsächlich von Belang.

Wenn dem so wäre, hätten die vermeintlichen Friedensapostel auch dringende Appelle bezüglich des Massensterbens von Zivilisten in den Kriegen im Jemen, in Syrien, dem Sudan oder dem blutigen Tigray-Konflikt in Äthiopien veröffentlicht.

Diese militärischen Auseinandersetzungen forderten in den letzten zehn Jahren rund zwei Millionen Tote, zwanzig Mal mehr als in 77 Jahren Nahostkonflikt.

Warum sich die Heuchler von Swiss Humanity um diese Kriegsopfer foutieren, ist offensichtlich: No Jews, no news. Baschar al-Assad traktierte 2012 das palästinensische Flüchtlingslager Jarmuk mit Fassbomben, Tausende Palästinenser kamen um. Der damalige Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete Jarmuk als «Todeslager» und beklagte eine «humanitäre Krise epischen Ausmasses».

Die üblichen Verdächtigen, die sich heuer bei Swiss Humanity für «internationales Recht» starkmachen, blieben stumm. Wenn Araber ihresgleichen umbringen, verblassen die Menschenrechte.

Aber auch von den Juden, die mit den Anti-Israel-Hetzern von Swiss Humanity unter einer Decke stecken, hörte man keinen Pieps. Dass sie sich jetzt dem woken Zeitgeist unterwerfen, der Judenmord zu antikolonialistischem Widerstand und Antisemitismus zur moralischen Verpflichtung dekonstruiert, ist in der Hoffnung begründet, das antizionistische Krokodil möge sie zuletzt fressen.

Obwohl sie inflationär SRF-Medienformate bevölkern, sehen sich jüdische Akademikerinnen wie Dina Pomeranz oder Dana Landau (Swisspeace) als Speerspitze einer linken, jüdisch-muslimischen Querfront, die gratismutig Grenzen imaginierter Sprachverbote für pro-palästinensische Juden durchbricht. Sie sind es nicht.

Dass Juden sich antiisraelisch oder antijüdisch positionieren, hat eine lange Tradition, denn dem Judentum anzugehören, war nicht erst zu Zeiten der Nazis ein Todesurteil. In der Antike und dem Mittelalter wurden Juden vor die Wahl gestellt, zum Christentum oder zum Islam zu konvertieren, auszuwandern oder ermordet zu werden. Dieses Trauma, aus Überlebensangst nicht dem Judentum angehören zu wollen, sich von ihm zu distanzieren und es schlechtzureden, ist bis heute tief in der jüdischen Erinnerung verankert.

Im biblischen Judäa hofierten die jüdischen Eliten die römischen Kolonialisten. Ihre «Loyalität» brachte die Zerstörung Jerusalems und des zweiten jüdischen Tempels.

1492 verrieten in Spanien konvertierte Juden, die «Conversos», ihre jüdischen Glaubensgenossen an die Inquisition. Doch auch sie selbst brannten auf den Scheiterhaufen. Unter Stalin kollaborierte die jüdische Sektion der Kommunistischen Partei, die Jewsekzija, mit dem Regime. Sie schlossen Synagogen, verboten Hebräisch, zerschlugen zionistische Jugendgruppen. Als Stalin sie nicht mehr brauchte, liess er sie eliminieren.

Auch der «Verband nationaldeutscher Juden», dem während der Schreckensherrschaft der Nazis knapp viertausend Juden angehörten, verfiel der Appeasement-Illusion. Die Selbstverleugnung dieser Juden gipfelte in der Veröffentlichung eines Pamphlets mit dem Titel «Die Gräuelpropaganda ist eine Lügenpropaganda, sagen die deutschen Juden selbst», welches Pressemitteilungen und Zuschriften jüdischer Organisationen und Persönlichkeiten sowie offiziöse Statements von Hitler, Göring und Goebbels enthielt.

Die obskure Broschüre ist eine der groteskesten Auswüchse dessen, was Theodor Lessing in seinem 1930 erschienenen Buch «Der jüdische Selbsthass» als «psychopathologisches Problem» beschreibt und anhand von Beispielen belegt.

Die Assimilierungsversessenheit der nationaldeutschen Juden trug bei den Nazis keine Früchte. Nachdem er seinen Zweck erfüllt hatte, wurde der Verband am 18. November 1935 verboten, seine Mitglieder vertrieben oder umgebracht.

Das heutige Israel verkörpert ein makkabäisches Judentum, das nie wieder so wehrlos sein wird, wie es die europäischen Juden während des Holocaust waren.

Die Geschichte der Juden, der Ureinwohner des Heiligen Landes, ist älter als die Aufklärung, älter als Sozialismus, Kommunismus, Liberalismus, Postkolonialismus oder was auch immer der angesagte politisch-korrekte Moralkodex der Stunde ist.

Der jüdische Staat ist der letzte Rückzugsort, wenn die Diaspora für Juden nicht mehr lebbar sein wird.

Betrachtet man die unheilige Phalanx aus Rechten, Linken und Islamisten, den Doppelmord an zwei Angestellten der israelischen Botschaft in Washington sowie die universitär gesteuerten Attacken gegen alles Jüdische in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur, welche an die «Ausschaltung der Juden und des jüdischen Geistes» aus dem Grundsatzprogramm der NSDAP von 1920 oder die «antiparasitische» Mobilmachung gegen jüdische Warenhäuser in der Schweiz in den 1930er Jahren erinnern, könnte das schon bald der Fall sein.

Mit dem Kotau vor einer «Zivilgesellschaft», die ihren linksliberalen Antisemitismus mit einer irrlichternden Auslegung der Völker- und Menschenrechte rechtfertigt, bereiten die Duldungsjuden den Weg für den identitären Selbstmord des jüdischen Volkes.

Sie sollten die Worte des Nobelpreisträgers und Auschwitzüberlebenden Imre Kertész verinnerlichen: «Als ich im Fernsehen zum ersten Mal die auf Ramallah zurollenden israelischen Panzer erblickte, durchfuhr mich unwillkürlich und unabweisbar der Gedanke: Mein Gott, wie gut, dass ich den Judenstern auf israelischen Panzern sehe und nicht, wie 1944, auf meiner Brust.»