Die Welt ist wunderlich, und die des Heiko von der Leyen (67, HvdL) ganz besonders.

Der Ehemann von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (64, UvdL) ist ein gefragter Mediziner und Experte für klinische Studien. Und weil auch die Eid-Genossen des Hippokrates mitunter ein feines Gespür für Geld haben, interessiert sich HvdL für sogenannte virtuelle Biontech-Firmen, die weder Räume noch Belegschaft oder Labore haben, sondern vor allem eine Idee, Wagniskapital von Investoren und jede Menge externe Dienstleister, die die Arbeit machen.

So gut, so seltsam.

Wenn dann aus der Idee ein bahnbrechendes Medikament oder eine gefragte Therapie geworden ist, sind Miet-Labore, externe Tester und ggf. kleine Produktionslinien pauschal bezahlt, bevor das grosse Geldverdienen beginnt.

Das ist legal und so weit auch nicht anstössig, wären nicht an die US-Firma Orgenesis (und deren europäische Ableger), deren medizinischer Direktor HvdL ist, auch EU-Fördergelder aus dem Reich von UvdL geflossen, wie eine italienische Europa-Abgeordnete unlängst monierte.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Doch in der Kommission fand man es überhaupt nicht schelmisch, sondern böswillig, weil HvdL an der Vergabe gar nicht beteiligt gewesen und an seine Firma auch noch gar nichts abgeflossen sei. Dafür spricht in der Tat einiges, nur hätte es ehedem zum professionellen Selbstverständnis erwachsener politischer Menschen gehört, sich diesem «bösen Schein», wie es die Juristen nennen, erst gar nicht auszusetzen.

Und noch etwas lässt aufmerken bei dem Fall: Die Gründlichkeit der Recherche zum Abqualifizieren der italienischen Beschwerdeführerin. Die sei eine aus der Lega ausgetretene Impfgegnerin und habe überdies gegen die Russland-Sanktionen gestimmt, hört man hinter den Brüsseler Kulissen, wenn man nach HvdLs Geschäften fragt.

So «liebevoll» kümmert man sich sonst eigentlich nur um gefährliche Gegner.