Der grösste Zürcher Getränkehändler, die Firma Intercomestibles AG, nennt sich selber ein «demokratisches Unternehmen», das den Durst bekämpft. Den Durst einer demokratischen Partei will das demokratische Unternehmen aber offensichtlich nicht löschen.

So steht es schwarz auf weiss in der knappen Mitteilung, mit der dieses Unternehmen der SVP des Kantons Zürich klarmachte, dass es sich ihrer Bestellung verweigere: «Nach kurzer Recherche gehen wir davon aus, dass es sich um die Albisgüetli-Tagung der SVP Zürich handelt.» Darum müsse man leider mitteilen, dass der Anlass nicht beliefert werde. «Hinter dieser Absage steht die klare und kollektive Haltung eines selbstverwalteten Betriebes. Wir bitten Sie, unseren Entscheid zu akzeptieren.»

Dass das «demokratische Unternehmen» jene Partei boykottiert, die in demokratischen Wahlen seit vielen Jahren als wählerstärkste hervorgeht, ist das eine. Dass die SVP ihre demokratische Kultur seit ihrer Gründung und seit neunzig Jahren als Regierungspartei beweist, wäre das andere.

Vor allem aber geht unsere Gesellschaft traurigen Zeiten entgegen, wenn die Firmen ihre Kunden je nach Gesinnung und Denkrichtung auswählen. Und dies selbstverständlich immer hinter dem blitzblank zur Schau gestellten Schild von Toleranz, Inklusion und Aufgeschlossenheit.