Man muss sich zuerst die Zeilen in Erinnerung rufen, die der Berner Polizeidirektor Reto Nause in den Wochen vor dem Abstimmungs-Sonntag gegenüber verschiedenen Medien mehrfach wiederholte.
Er fürchte sich vor dem kommenden 28. November. Die Rhetorik der Bewegung zeige erschreckende Parallelen zu den USA, wo Unterstützer von Donald Trump das Resultat der Präsidentschaftswahl nicht akzeptierten und Anfang Jahr das Capitol stürmten.
Konkret wollte uns der Mitte-Politiker damit sagen, dass die Zertifikats-Gegner das Resultat womöglich nicht akzeptieren könnten und es deshalb zu gewalttätigen Ausschreitungen kommen werde.
Was ist nun tatsächlich in Bern geschehen: Ein paar versprengte Zertifikats-Gegner hielten sich auf dem Bundesplatz auf. Ein paar waren verkleidet, einer hatte ein Megafon. Das war’s dann auch schon.
Selbst das Schweizer Fernsehen mit Kameras vor Ort musste einräumen, dass alles ruhig und friedlich sei.
Das Polizei-Aufgebot stand in keinem Verhältnis zu dem, was dann tatsächlich ablief. Es kostete die Steuerzahlen jedoch Zehntausende von Franken.
Aufgrund des von Nause im Vorfeld des Urnenganges verbreiteten Märchen von einem möglichen Sturm auf das Bundeshaus, hatten nämlich Polizisten in Kampfmontur, mit Zäunen, Gitterfahrzeugen und Wasserwerfern das Bundeshaus abgeriegelt.
Der Berner Polizeidirektor, hat sich mit seinem Aussagen während des Abstimmungskampfes nicht gerade glaubwürdiger gemacht.
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