Nein, früher war nicht alles besser. Manches allerdings schon.

Ein gutes Beispiel dafür sind die Sozialdemokraten. Bei denen geben heute realitätsfremde, abgehobene und humorlose Total-Linke den Ton an.

Allen voran das Präsidium mit Mattea Meyer und Cédric Wermuth.

Oder die Erregungs-Bewirtschafter und Gallenstein-Gesichter Tamara Funiciello, Priska Seiler Graf und Fabian Molina, der «Demo-Demagoge» (Copyright Frank A. Meyer).

Wenigstens ist der Zürcher Nationalrat sehr klimabewusst: Er verbreitet nur Forderungen und Grüntee-Geschichten, die andere Ultra-Linke schon mal verwendet haben.

Mehrheitsfähige Positionen sucht man bei diesen Sozen vergebens. Es ist weder Rosige-Vergangenheit-Verzerrung noch Retromanie, wenn ich sage: Früher gab es noch Sozialdemokraten, mit denen man als Bürgerlicher etwas anfangen konnte. Die nicht die Armee und die Neutralität abschaffen, den Kapitalismus überwinden und weitere Dinge reparieren wollten, die nicht kaputt sind.

Ein paar Beispiele gefällig? Am liebsten erinnert man sich an Willi Ritschard, als Heizungsmonteur der erste und bislang einzige Büezer im Bundesrat.

Der Solothurner war bodenständig, glaubwürdig, bürgernah und humorig, einer der beliebtesten Magistraten der Schweizer Geschichte.

Der linke Volkspolitiker Helmut Hubacher hatte sich auch für einen rechten Flügel der SP stark gemacht. Das traditionelle Arbeitermilieu vertraute ihm.

Hubacher und Christoph Blocher waren scharfe Gegner. Der Zürcher Alt-Bundesrat sagte über den langjährigen SP-Präsidenten und Nationalrat: «Hubacher war vor allem eine Persönlichkeit. Man konnte mit ihm Deals machen, und er war ein verlässlicher Partner. Ich wollte immer starke Gegner. Nur starke Gegner können einen infrage stellen.»

Gemässigte Sozis mit einer guten Streitkultur waren auch die Regierungs- und Nationalräte Anton Muheim (LU) sowie Arthur Schmid (AG). Damals hatte die SP übrigens noch Wähleranteile von bis zu 26 Prozent. Bei den letzten Wahlen waren es noch knapp 17 Prozent. Das Licht am Ende des Tunnels ist der heranfahrende Zug.

Noch zwei anerkennende Beispiele, die SP-Protagonisten betreffen: Der Solothurner Ernst «Aschi» Leuenberger wurde als profiliertes animal politique anerkannt, das die SPler mitreissen konnte.

Der blitzgescheite frühere Nationalrat und SP-Präsident Peter Bodenmann war in der Beliebtheitsskala nie oben angekommen, schafft es aber als «Orakel von Brig» bis heute immer wieder, auch politisch Andersdenkende zum Nachdenken anzuregen.

Zugegeben, auch die guten alten Zeiten waren einmal schlechte neue Zeiten. Doch wer nicht zurückschaut, sieht nicht, was auf ihn zukommt.

Die 3 Top-Kommentare zu "In der Schweiz gibt es keine bodenständigen, pragmatischen und charismatischen Sozis mehr. Das war früher anders"
  • Jürg Schneeberger

    Das Problem, werter Herr Hildbrand, ist nicht die sich manifestierende und zunehmende Verblödung der heutigen Linken, sondern der verhältnismässig grosse Teil des Schweizer-Volkes, welches dieser Verblödung willfährig folgt.

  • martin

    Vor allem stand die SP damals konsequent für die Arbeiter ein. Heute finden sich in der SP keine Politiker und Politikerinnen mehr, die eine Berufslehre absolviert haben und einer Arbeit nachgehen. Studiumabbrecher ist kein Beruf. Mein Vorschlag, wer keinen Beruf hat und nicht arbeitet, darf nicht NR werden. Und nein, Gewerkschaftssekretärin oder Vorstandsmitglied bei einem NGO ist keine Arbeit.

  • Eslängt

    Dieser brillianten Analyse und erlebten Wirklichkeit ist nichts beizufügen. Die SP hat keine gute Zukunft mit dieser Führung und diesen weltfremden Ideologen und Eiferern.