Der Kalte Krieg ist zurück. Im vergangenen Juni trafen sich Joe Biden und Wladimir Putin zum Gipfel in Genf. Das letzte Treffen auf dieser Stufe fand 1985 statt: Zwischen Ronald Reagan und Michail Gorbatschow, der gerade das Amt des Generalsekretärs der Kommunistischen Partei angetreten hatte.
Im Kalten Krieg verteidigten die Blöcke ihre Einflusszonen. Die atomare Abschreckung verhinderte die Eskalation.
Russland beansprucht die Ukraine als Teil seiner Geschichte und Kultur. Wie die Krim, die Putin zurückerobern konnte – die kollateralen Schäden nahm er in Kauf.
Ein Einmarsch in der Ukraine birgt grössere Gefahren. In Genf ging es darum, einen Krieg zu verhindern.
Nach dem peinlichen Auftritt von Joe Biden, den die amerikanischen Journalisten in Genf gnadenlos kommentierten, hatte es his master’s voice schwer, einen deutlichen Standpunkt überzeugend zu formulieren. Auch auf eine «nichtmilitärische Aggression» werde – oder würde – man mit scharfem Geschütz reagieren, sagte Blinken in Genf.
Den ganzen Freitag über baute Putin derweil seine Drohkulisse aus. Das russische Parlament befasste sich mit der Anerkennung der Separatisten in der Ukraine. Moskau forderte den Abzug der Nato-Soldaten in Rumänien und Bulgarien – subito. Noch sei es zu früh, ein weiteres Treffen zwischen den Präsidenten ins Auge zu fassen, wurde Bidens Vorschlag abgeschmettert.
Auch Russland will einen Krieg verhindern. Und vielleicht sogar auf die Ukraine verzichten. Unerträglich aber ist die Vorstellung, dass sich das Bruder- und Nachbarland in Richtung einer Demokratie nach westlichem Muster entwickelt.
Dem Westen wiederum ist es mit der Verteidigung seiner Werten nicht mehr ganz so ernst wie in Afghanistan, im Irak und in Libyen. Es gibt dafür auch gute Gründe – nicht nur die Abhängigkeit Europas vom russischen Gas.
Nach dem Gipfel unterhielt sich Ignazio Cassis in Einzelgesprächen mit Blinken und Lawrow. Von einer Ukraine-Konferenz in der Schweiz ist die Rede. Auch deren Vertreter sollte man dannzumal einladen.
Für Genf und die Schweiz ist die Rückkehr des Kalten Kriegs eine Gelegenheit, ihre Aussenpolitik zu profilieren und den Sinn der Neutralität zu unterstreichen.
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Jeder könnte sich auf einer Weltkarte ein Bild machen:
1) Jedes Land mit USA-Bündnis wird hellrot eingefärbt. 2) Jedes Land mit stationierten US-Soldaten wird dunkelrot eingefärbt. 3) Die Flugzeugträgerflotten auf den zuständigen Weltmeeren markiert. 4) Man notiere Anzahl Einwohner+Soldaten 5) Militärbudget. 6) Man stelle die addierten Zahlen aus dem US-Bündnis denjenigen aus Russland gegenüber.
Jeder der das nicht sieht, ist blind für Fakten oder hat andere Absichten, welche zu benennen er zu feige ist.
Mist: dauern diese Fehler wegen Textanpassungen/Kürzen und die Zeit die verloren geht für so was. Würden genügend Journalisten ihre Arbeit anständig machen, müsste ich meine Zeit auch nicht opfern für das.
Der eine kürzlich politisch an die Macht gespühlt spielt Machtpolitik, der andere hat sich über Jahrzehnte darin hochgearbeitet. Wer wohl ist der Gefährlichere von beiden? Frage erübrigt sich von selbst.
Es ist diesmal wie beim ersten Mal: Die USA/Biden & Blinken & die EU sind die Treiber des Konfliktes. Die EU wollte damals, dass die Ukraine mit ihrem damaligen kriminellen Präsidenten in die EU eintrete. Die USA sind wie jetzt die Treiber und die EU, bes. D, macht wieder mit. Nun hat D sogar den deutschen Marine-Inspekteur vom Posten enthoben, weil er Respekt gegenüber Russland und Putin verlangte. Es ist zu hoffen, dass sich die Schweiz den Deutschen und der EU nicht wieder devot anschliesst.
Die Schweiz ist schon lange der "Lender of Last Resort" in Sachen Friedensvermittlung, von Peking, Washington und Moskau respektiert, auch weil wir weder in der EU oder NATO sind. Von dem her macht unsere bewaffenete Neutralität auch nicht wirklich Sinn, wir würden besser unsere Mediatorenrolle weiter ausbauen, dort sicherheitstechnisch aufrüsten, damit sich die Verhandlungsteilnehmer auch 100% sicher fühlen & dann werden sie uns auch nie angreifen, viel zu holen wie zB Rohstoffe gibts eh nicht
Zum Glück haben wir noch besonnene Persönlichkeiten wie BR Parmelin, wie beim letzten Treffen Putin-Biden in Genf als Gastgeber. Will mir nicht vorstellen, BR Sommaruga würde dies übernehmen, mit versteckt bis absichtlich parteiische Abneigungen Zeigen bis zu verklausulierten politischen Belehrungen und Ermahnungen würden "gute Dienste" der CH-Diplomatie hochgradig selbst in Frage stellen und unterminieren, getrieben von weltverbesserischer und bessermenschlicher Missionarentum.
Jürg Altwegg, wie alle Politologen und Historiker ist in einer Endlosschlaufe gefangen. Die USA haben ihre Monroe-Doktrin seit rund 200 Jahren; keine nicht amerikanische Macht auf dem Kontinent. Also sollen sie sich auf ihre Hemisphäre begrenzen und auf der Welt wird es besser. Die Nato, das Instrument der USA, von GB und Frankreich Europa zu beherrschen sollte sofort aufgelöst werden. Das Imperalistische Gehabe der USA und ihrer europäischen Knechte stört den Weltfrieden.
Das sagt doch alles über die wahren Verhälnisse: https://www.bazonline.ch/deutscher-marine-chef-zollt-putin-respekt-und-ist-nun-seinen-job-los-301162980422
Der letzte Satz im Artikel ist genau der Punkt. Wir sollten uns weder von den verlogenen Amis in die Irre führen lassen, noch dem Osten auf dem Leim gehen. Eines ist wohl für jeden klar. Niemand möchte eine Räuberbande in seiner nahen Umgebung haben. Alles verstanden?
Auf der Anklagebank sehe ich Verlagshäuser, Redaktoren und Journalisten.
Notwendiges wurde nicht mehr klug infrage gestellt. Der Journalismus verkam vor Jahrzehnten zum volksverdummenden Abschreibjournalismus mit hohem Volksverhetzungs-Quotienten. Damit wurden essenziell wichtige Werte geopfert, in verlogenem Doppelstandards wiederholter Lügen einbetoniert. Das lässt sich einfach nicht schönreden.
Richtig, aber nur wenn sie sich keine China- u.a. Patzer gegen die Neutralität mehr leisten. Sonst werden sie für Russland so unglaubwürdig wie alle andern Anti-Russland Hetzer des Westens.
Beweise? Wenn der Leser bei Konflikten, welche im Ausland gepflegt werden, die Distanz des sachlichen Beobachters wegfällt, indem er unmerklich die jahrzehntelangen Narrative aus der gängigen Presse als Wahrheit auswählt, wird bereits Position bezogen. Mit dieser Wahl ist die Neutralität bereits ausgehebelt. Ich meine die wertfreie Neutralität aus Sicht des "weisen" Humanisten, der die Lösung letztendlich in der Weisheit, nie im Unterdrücken + Töten findet. Neutral in Abgrenzung zum Neutrum.
Es ist einfach so erschütternd verlogen, die Schweiz noch irgendwie als neutral zu bezeichnen.
Kraftlos. Die Neutralität ist an die Wand gekarrt. Vielleicht dank dessen, dass das Parlament bestenfalls das Mittelmass aus dem Angebot in den BR wählte. In der Vergangenheit führten die romantischen Klüngeleien mittels finanzstarker Lobby zu bekannter Erpressbarkeit, was zu unwiderruflichen Imageschäden und zweifelhaftem Ruf der Schweiz führen musste. Die Glaubwürdigkeit der Schweiz ist entsorgt.
Die Schweiz und neutral, guter Witz. Reines Geschäftsmodell. Nachrichtendienstlich war die Schweiz immer einer der wichtigsten Partner der Amerikaner. Ähnlich wie bei Schweden oder Österreich ist die Neutralität blanker Hohn. Letzten Endes sind dies Staaten die das Fähnchen gerne günstig in den Wind hängen. Mit den beheimateten Mafia-NGOs kann man wunderbar Geld verdienen, genauso wie mit Geldwäsche und Steuersparmodellen. Hauptsache der Heiligenschein sitzt.
Sobald sie Schweiz so blöd ist, und dem Uno Sicherheitsrat beigetreten ist, ist es mit der Neutralität endgültig vorbei.
Die Arroganz und Überheblichkeit der Amis verhindert den Prozess hin zur Entspannung. Da wird auf Themen rumgeritten, welche eigentlich gegessen sind. Die Krim ist da wo sie hingehört. Im Gegensatz zu den Hawaiiinseln welche von den Amis annektiert wurden. Leider gibt es viele Zeitgenossen welche glauben, die Vereinigten Staaten wären eine Vorzeige-Demokratie. Wenn die Amis für das bezahlen müssten was sie weltweit kaputt gemacht haben, dann wären sie die Vereinigten Armenstaaten.
Weshalb diskutiert Russland eigentlich mit den USA über ein Problem in Europa ? Das zeigt doch einerseits die Arroganz der USA und anderseits die Schwäche und Unfähigkeit der EU.
Brillant! Die Schweiz als ehrlicher Makler. Eine lebenswichtige Aufgabe! Wie könnte sie das als Teil der EU? Man sieht, was für negative Folgen unausgegorene Allüren (wie das Ansinnen einer EU-Assoziation) haben können.
Der neo-sowjetische Diktator Putin hat seinen Kalten Krieg gegen den Westen spätestens 2007 begonnen. Er hat seitdem mehrere Eroberungskriege geführt, hält völkerrechtswidrig Staatsgebiete Georgiens, Moldawiens u. der Ukraine besetzt u. versucht immer wieder die staatliche Souveränität seiner Nachbarstaaten mit massiven Drohungen und militärischen Angriffen einzuschränken. Die Appeasementpolitik des Westens motiviert ihn zu immer neuen Aggressionen. Eine Chance für die Schweiz ist er nicht.
Putin hat, im Gegensatz zu den Amis und der Nato, jeden Vertrag genau eingehalten.
KarlSand Was war zuerst, das Huhn oder das Ei? Zuerst ging der Westen nach Osten bevor sich der "neo-sowjetische Diktator Putin" bewegte. Sie scheinen von der Amipropaganda zu sehr eingenebelt. Daher fehlt der klare Blick.
Die Amis treten an sich lediglich in bekannt hemdsärmeliger Weise + maximal rücksichtslos für ihre wirtschaftlichen Interessen ein. Nichts anderes. Das gigantische Militär ist ein Garant für diese Interessen, in erster Linie steht die Wirtschaftsmacht. Strategisch führen Wirtschaftsvorteile dann folgerichtig zu Militärbasen. Russland hat u.a Bodenschätze welche selten sind und die USA nicht haben. Der "besoffene Jelzin" ist das, was die Amis in Russland wollen, um über die Ressourcen zu verfügen
Welche ‚Neutralität‘ eigentlich? Glaubt daran irgend jemand? Wir regeln bloss alles hinterm Rücken mit Geld.
Das tut die Schweiz doch seit jeher.
Keine Chance. Cassis als Vertreter der Harmoniesüchtigen reist herum und erheischt EU Schulterklopfer. Die Rolle der Schweiz selbst unterminiert. Kein Wunder sieht die EU sie inzwischen als eigenes Anhängsel, sozusagen das bockige Kind. Eine strenge Erziehung wirds schon richten. Vertraglich gefesselt und bereitwillig ohne Not wird alles "übernommen", sei es auch noch so widersprüchlich zu Schweizer Recht und Tradition. Die Erziehung zeigt Wirkung. Cassis und ähnlich Weichgespülte: Gut gemacht?
Genau! Es ist besser, 100 Jahre lang einen kalten Krieg zu führen, als auch nur einen kurzen, verheerenden Atomkrieg zu beginnen. Alle werden darunter leiden, leider auch die neutrale Schweiz!
Russland beansprucht die Ukraine nicht als Teil seiner Geschichte sondern es IST seine Geschichte. Russland ist in Kiev entstanden (Kiever RUS). Es fehlt heutzutage bei Journalisten einfach an Geschichtsbildung. (Geschichte ist für die Russen immer sehr wichtig!)
Die Ukraine entwickelt sich demokratisch? Kommt darauf an ob man Korruption unter demokratisch versteht.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Russland auf die Ukraine verzichtet. Die russische Volksmiliz um Osten werden Sie verteidigen.
Schade, es fehlen im Artikel Facts über den Inhalt der Gespräche. Lavrov hat in seinem öffentlichen Schlussstatement die Position RU klar definiert und dies ist ernst und nicht als Drohung zu nehmen. RU USA EUROPA ausgeglichene Positionen sind einzunehmen und kein Säbelrassel der NATO. Die Russen wollen keinen Krieg sie wollen wahrgenommen werden.
Der Realität diametral widersprechende Propaganda von Diktator Putin zu wiederholen, ist ziemlich armselig. Der neo-sowjetische Diktator hat bereits mehrere Eroberungskriege angefangen, hält Staatsgebiete von gleich einer ganzen Reihe von Nachbarstaaten völkerrechtswidrig besetzt und versucht beständig die staatliche Souveränität seiner Nachbarstaaten mit ganz massiven Drohungen, Hacker-Angriffen, Desinformationskampagnen und militärischen Angriffen einzuschränken. Appeasement motiviert ihn.
Und auch dieser Artikel bringt es nicht fertig das Hauptproblem zu benennen. Der Expansionshunger der Nato. Seit dem Mauerfall hat sich das westliche "Verteidigungsbündnis" aggressiv nach Osten ausgedehnt. Obwohl der Westen es Gorbatschow mündlich zugesichert hatte, genau dies nicht zu tun. Anscheinend ist es dem wieder erstarkten Russland nun genug, und die rote Linie ist die Ukraine. Die Russen wollen keine Nato Raketen an ihrer Grenze. Europa wird erneut zum Spielball der US Kriegstreiber.
Diktator Putin führt immer wieder Eroberungskriege und droht immer wieder mit militärischen Angriffen, aber der Westen soll Kriegstreiber sein? Die UdSSR hat 1990 in der Charta von Paris dem Recht auf Bündnisfreiheit zugestimmt. Aus Angst vor russischem Imperialismus haben sich fast alle Osteuropärer in den Schutz der Nato begeben. Ohne die Nato wären die baltischen Staaten längst von Soldaten ohne Hoheitsabzeichen erobert worden. Gesellschaftlich randständige Kollaborateure finden sich immer.
Putin hat bis zur Ukraine andere Länder überfallen. Die USA im gleichen Zeitraum Irak, Afghanistan, Libyen und Syrien. Diese Fakten sprechen für sich.
Wieder eine Wiederholung aus der Lügenkiste. Die Baltischen Staaten wurden von Russland "geschieden". Dann wurde ihnen vom Westen Angst eingeflösst und bearbeitet und mit Geld gefügig gemacht.