Auf einmal sind alle Rechten «rechtsextrem». Über Nacht, wie auf Befehl sind aus den «Rechtspopulisten» nach den EU-Wahlen «Rechtsextreme» geworden.

Nur eine kleine Auswahl an Schlagzeilen aus den letzten Tagen: «Rechtsextreme Welle bedrängt Europas Mitte» (Tages-Anzeiger).

_ «Wie sage ich es meiner Tochter, dass Rechtsextreme gesiegt haben?» (Blue News).

_ «Nach EU-Wahl: Was plant die Rechtsextreme?» (Arte).

_ «Rechtsextreme Wahlerfolge bei den Europawahlen – was jetzt zu tun ist.» (Amadeu Antonio Stiftung).

_ «Rechtsextreme Erfolge gefährden Zusammenarbeit» (Deutsche Wirtschaftsnachrichten).

_ «Rechtsextremer Ruck nach Europawahl» (Euronews).

_ «Europawahlen: Rechtsextremistische Parteien legen deutlich zu» (Frankfurter Allgemeine).

_ «Rechtsextreme können punkten» (Süddeutsche).

In einer deutschen Talk-Show beschimpft SPD-Chef Lars Klingbeil seine Kollegin Alice Weidel von der AfD und deren Partei als «Nazis».

Wie ferngesteuert übernehmen deutsche und Schweizer Leitmedien die Kampfbegriffe. Aus rechts wurde rechtspopulistisch, aus rechtspopulistisch rechtsextrem.

Heute gilt als «rechtsextrem», wer für begrenzte Zuwanderung und direkte Demokratie eintritt.

Das politische Ziel dahinter ist klar. Das von rechts bedrängte Mitte-Links-Lager, das mit den Grünen zusammenspannte, sieht sicht bedroht.

Anstatt den Gegner mit Argumenten zu widerlegen, greift man zum bequemeren Mittel der Verleumdung. Erstaunlich ist, wie willfährig die Medien mitmachen.

In der Schweiz verweigern sich immerhin die NZZ und das nationale Fernsehen bis jetzt dieser Wortwahl. In Deutschland mutet der Gleichschritt gespenstisch an.

Hier wirkt sich aus, dass der deutsche Verfassungsschutz die demokratische Rechte fast pauschal als «rechtsextrem» abstempelt. Darauf berufen die sich jetzt.

Die Verschiebung ist politisch folgenreich. Ausgehend von Deutschland darf es offensichtlich keine legitime demokratische Rechte mehr geben.

Alles, was ausserhalb des etablierten Mainstreams einer seit Merkel nach links gerückten CDU/CSU und FDP steht, gilt als «rechtsextrem», gehört somit verboten.

Unter «rechtsextrem» verstand man früher gewaltbereite Banden, Rassisten, Verherrlicher der Diktatur und eines undemokratischen Staates.

Heute gilt bereits als «rechtsextrem», wer für begrenzte Zuwanderung, direkte Demokratie und souveräne Eigenstaatlichkeit eintritt.

Selten hat man einen derartigen Sturzbach an regierungsfreundlicher Propaganda in jüngerer Zeit erlebt. Establishment und Medien bilden einen festen Block.

Dabei entlarven sich viele Verlagshäuser als willige Hofschranzen der Macht, als gefügige Nachbeter der obrigkeitlichen Polemik gegen die demokratische Opposition.

Europa versinkt im linken Einheitsbrei. Die Konservativen getrauen sich kaum mehr, «rechts» zu sein. Die Deutschen moralisieren, wieder einmal, stramm voraus.

In der Schweiz wird der Klimawandel gegen rechts die SVP treffen. Gehört auch sie bald zu den «Rechtsextremen»?

Demokratien sind die Staatsform der Alternativen. Es muss immer eine Auswahl geben, links oder rechts.

Wo alles links sein muss und nichts mehr rechts sein darf, gibt es keine Demokratie. «Rechtsextrem» ist Gaunersprache.

Die 3 Top-Kommentare zu "Plötzlich sind alle «rechtsextrem»"
  • Eliza Chr.

    Wenn ich die grenzenlose Dummheit, Naivität und Kriegslüsternheit der Grünen und Linken bis Linksextremen sehe, ist es eine Auszeichnung, als rechts bzw. rechtsextrem zu gelten 😉👍🏻!

  • mgrieme

    Es ist gut so, dass die Altparteien und deren Medien diese Ausgrenzung betreiben und keinen Versuch einer Vereinnahmung oder Verständigung unternehmen. So wird der Boden für einen echten Macht- und Politikwechsel bereitet, weil immer mehr Menschen den immergleichen Parolen keinen Glauben mehr schenken.

  • UKSchweizer

    Ob man mich (SVP) jetzt als rechtsextrem oder wie auch immer bezeichnet ist mir egal. Immerhin kann man auf der andern Seite noch unterscheiden zwischen linksextremen (SP und Grüne) und linken (GLP, Mitte und FDP).