«Er vergleicht sich nicht umsonst mit Peter dem Grossen»: Der Westen habe den Ukraine-Krieg weder provoziert, noch habe er ihn zu verantworten, sagt Politikwissenschaftler Paul Poast. Hier erklärt er, warum sein Kollege John Mearsheimer irrt und wie er die Rolle Chinas sieht
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Bild: Adam Berry / Getty Images

«Er vergleicht sich nicht umsonst mit Peter dem Grossen»: Der Westen habe den Ukraine-Krieg weder provoziert, noch habe er ihn zu verantworten, sagt Politikwissenschaftler Paul Poast. Hier erklärt er, warum sein Kollege John Mearsheimer irrt und wie er die Rolle Chinas sieht

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30.04.2023
Für John Mearsheimer, renommierter Politikwissenschaftler der Universität Chicago, ist es ein klarer Fall: Der Westen hat den Ukraine-Krieg provoziert. Die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten hätten die Nato- und EU-Erweiterung in Staaten vorangetrieben, die der Kreml als seine Einflusssphäre ansieht. Damit fühle sich Russland bedroht, was die russische Aggression ausgelöst habe («Der Westen hat den Krieg provoziert», Weltwoche Nr. 8/23). Zwänge und Kalkül Dieser Sicht widerspricht Paul Poast fundamental. Er ist, wie Mearsheimer, Professor für Politikwissenschaften an der Universität Chicago. Aber, sagt er erstens, die Osterweiterung sei von den USA oder d ...
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17 Kommentare zu “«Er vergleicht sich nicht umsonst mit Peter dem Grossen»: Der Westen habe den Ukraine-Krieg weder provoziert, noch habe er ihn zu verantworten, sagt Politikwissenschaftler Paul Poast. Hier erklärt er, warum sein Kollege John Mearsheimer irrt und wie er die Rolle Chinas sieht”

  • carstenmenger sagt:

    Ich erinnere an die Rede von Präsident Putin 2001 im deutschen Bundestag. Ich erinnere, was Washington spätestens seit dem Ende des 2. Weltkriegs oder seit dem Buch Brzezinskis sein will, die ein und einzige Weltmacht. Unter diesem Beweggrund hat Washington Millionen Menschen umgebracht und viele Länder ins Unglück gestützt. Die Menschheit kann nur hoffen, dass Washington von innen heraus zerfällt und in einem Beitrag vor kurzem las ich, dass es ganz danach aussieht. Wann? Hoffentlich bald.

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  • Da wär noch was sagt:

    Noch so eine US Kriegsgurgel!

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  • csantana1 sagt:

    Die Nato ist nicht das Problem

    Der russische Präsident hat zwar in den vergangenen Jahren oft kritisiert, dass sich die Nato entgegen einiger Zusagen nach dem Fall des Eisernen Vorhangs weiter in Richtung Osten erweitert hat. Aber die Nato-Osterweiterung war im Jahr 2004 und einen völkerrechtlich bindenden Status hatten diese Zusagen nicht. Knapp 18 Jahre danach soll das nun ein Kriegsgrund für den Kreml sein? Zumal die Nato einen Beitritt der Ukraine stets mit dem Hinweis darauf ablehnte, dass

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  • Rolf Schmid sagt:

    Ich will mich selbstverständlich nicht in diesen Professoren-Streit einmischen, aber kurz und knapp Stellung beziehen zu dem Argument, Putin wolle das derzeitige russische Imperium, das sich über 11 Zeitzonen erstreckt, erweitern.
    Das ist vermutlich Unsinn, weil dieser kluge Putin seine "restliche" Lebensaufgabe in der Entwicklung des russischen Riesenreiches in engstmöglicher Zusammenarbeit mit China sieht, nachdem seine ursprüngliche Hoffnung auf Deutschland endgültig gescheitert ist!

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  • Proxima Centauri sagt:

    RE: "die Osterweiterung sei von den USA oder der Nato weder aufgezwungen noch forciert worden. Vielmehr wurde sie von Osteuropäern gefordert. "
    Dann soll der gute Herr doch erklären, wieso immer der EU-Beitritt als Köder für den NATO-Beitritt benutzt wurde.
    PS: In der Osterweiterung erfolgte der NATO Beitritt stets bevor(!) dem EU-Beitritt. Letzterer wurde via EU-Nettoempfänger zur coverten NATO Finanzierungsmaschine.

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    • tim_heart777 sagt:

      Auch wenn sie Aufnahmen forderten, das ist eine wertlose Entschuldigung und muss nicht eine Aufnahme in die Nato nach sich ziehen. Oder meint er, all diese kleinen Länder hätten quasi die USA dazu gezwungen? Eigenartige Logik. Blame game nennt sich das.

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      • Proxima Centauri sagt:

        "Nato Beitritt nicht forciert worden" - das ist die gleiche transatlantische Desinformations-Rhetorik, mit der man die Ukraine im Vorfeld des Maidans mit mehreren Mia USD gefügig machte, und danach den Generalstaatsanwalt Shokin aus dem Job erpresste ("son of b** got fired"), weil er die Impertinenz hatte, die Machenschaften um Sohnemann Hunter und Burisma beleuchten zu wollen.
        PS:Biden gab schon 1997 den exakten "Fahrplan" der Osterweiterung durch, ohne dass die Länder von ihrem Glück wussten.

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  • Xylophon sagt:

    Sozusagen alle seiner Vorstellungen über den Machtanspruch Russlands, treffen genau so zu auf den Machtanspruch der USA. Hingegen seine Realismustheorie ist eben genau das, eine Theorie.

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  • Fragender sagt:

    RealismusTHEORIE??? Wie wäre es mit Fakten? Wieviele Militärbasen habe USA und Russland oder China ausserhalb ihrer eigenen Grenzen? Wieviel Kriege haben diese Länder ausserhalb ihrer Grenzen geführt? Wieviel Regierungen wurden illegal gestürzt? 3:0 für die U.S.A. - leider ein sehr schlechter Sieg, den es zeigt klar und deutlich, wer die grösste Gefahr für den Weltfrieden ist. Da brauche ich keine Theorie, sondern nur mein Hirn.

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  • Sulzbach sagt:

    Dieser „ Politprofessor“ ist deutlich ein Neocon. Was er an Argumente liefert , ein Kind kan das begreifen , sind BS . Es ist unverständlich das er diesen deutlichen Qatsch so äußert wie hier .

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  • reining sagt:

    Ja, stimmt. "Grossmächte neigen dazu, ihre Einfluss Sphäre zu kontrollieren".
    Dies trifft aber seit Jahrzehnten besonders auf die USA zu. Sie sind das grösste Imperium mit den meisten militärischen Stützpunkten ausserhalb ihrer Nation.
    Die Autoren scheinen auf ihrem "amerikanischen Auge" komplett blind zu sein!

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  • gero d. sagt:

    Falsch.
    Jeder, der die Entwicklung der letzten Jahre, was die Beziehungen zwischen dem Westen und dem "nach Jelzin"-Russland angeht, verfolgt hat, weiß, daß Herr Heumann völlig daneben liegt mit seinen Aussagen.
    Ich empfehle daher nicht nur ihm, einmal bei Youtube nach älteren Reden Putins zu suchen.
    Dieser macht über Jahre dort klare Angebote an Europa, die allesamt ausgeschlagen und teilweise verspottet wurden.

    Und jetzt ist eben Zahltag.

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  • ALPE-RÖSLI sagt:

    Nur eine Frage: was haben die USA an der Russischen Grenze zu suchen?

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  • roland weinert sagt:

    Poast argumentiert aus rein europozentrischer Sicht, also NATO-konform. Also indoktrinär monocausal; jenseits aller Realpolitik. Daraus resultieren seine Denkfehler. Fürchterlich!

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  • Eliza Chr. sagt:

    Dazu gibt es nur dies zu sagen: Prof. Mearsheimer, Professor für Politikwissenschaften an der Universität Chicago hat im Gegensatz zu Schönschwätzer Paul Poast, der nur die USA und die Nato mit seinem Darlegung schützen will. Schöner Versuch, aber völlig verlogen.

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  • maxag sagt:

    Schon der erste Abschnitt ( erstens bis viertens) besteht vor allem aus Unsinn, musste deshalb gar nicht mehr weiter lesen.
    Vielen Dank für die gesparte Zeit.

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