Mit Autos ist es ein wenig wie mit Hotelzimmern: Man kommt im besten Fall hinein und fühlt sich sofort wohl. Berufsbedingt habe ich es oft mit wechselnden Fahrzeugen zu tun und gleichzeitig immer wieder mal mit Hotelzimmern unterschiedlichster Art und an sehr schönen Orten ebenso wie an weniger bevorzugten Lagen. Wobei die Lage alleine noch keine Garantie ist für einen Raum, in dem man sich wohlfühlt.

Es ist gar nicht so einfach festzustellen, was Wohlfühlmomente in Räumen – was Autos und Hotelzimmer letztlich sind – auslöst. Als ich mich kürzlich in den neuen Mercedes-Benz EQA setzte, fühlte ich mich sofort gutaufgehoben. Das kompakte, vollelektrische SUV wurde leicht überarbeitet und präsentiert sich in Bezug auf die Platzverhältnisse, das Design und die technischen Ausstattungsmerkmale als angenehm vielseitiges, praktisches Auto.

Vielleicht macht es die Ausgewogenheit aus, dass ich mich im EQA schnell wie zu Hause gefühlt habe. Das Design beispielsweise wirkt zeitlos, im Vergleich zu den höher positionierten Modellen EQE und EQS polarisiert der EQA vermutlich weniger. Auch im Innenraum wird auf eine gutgestaltete Sachlichkeit gesetzt, die auch deshalb zugänglich wirkt, weil gewisse Funktionen – zum Beispiel für die Klimaanlage – direkt mit Tasten gesteuert werden können und nicht in weitverzweigten Menüs über eine Touchscreen-Bedienung gesucht werden müssen. Tasten und Knöpfe halte ich mittlerweile für den Ausdruck einer technologischen Bodenständigkeit in einer Bildschirmwelt voller Symbole, die oft weniger intuitiv verständlich sind, als sich deren Entwickler und Designer das vermutlich vorgestellt haben.

Aber es geht hier nicht um automobilen Kulturpessimismus: Mit dem Mercedes EQA kann man sich auch ganz gut unterhalten, und ich komme mir mittlerweile auch nicht mehr seltsam vor, wenn ich allein im Auto sitze und «Hey, Mercedes! Fahre nach 8005 Zürich» sage. Faszinierend ist dabei nicht nur, wie gut das funktioniert, sondern auch, wie schnell Technologie heute demokratisiert wird. Der EQA ist mit fast allem zu haben, was Autofahren derzeit einfacher, sicherer und angenehmer macht. In der Mercedes-Konzernsprache nennt sich das «veränderte Angebotslogik» und bedeutet letztlich, dass manche Annehmlichkeit jetzt serienmässig ist.

Dass der EQA ganz zufällig auch noch ein modernes Elektrofahrzeug auf dem aktuellen Stand der Technik ist, wirkt dabei ebenso angenehm selbstverständlich wie alles andere: Mit einer realistischen Reichweite von über 400 Kilometern beispielsweise ist der Mercedes EQA absolut alltagstauglich und wirkt auch in dieser Hinsicht vertrauenserweckend zuverlässig.

 

Mercedes-Benz EQA 4Matic Swiss Star

Motor/Antrieb: E-Maschine vorne/hinten, Allradsystem; Leistung: 215 kW / 292 PS; max. Drehmoment: 520 Nm; Batteriekapazität (nutzbar): 66,5 kWh; Ladeleistung DC: 100 kW; Verbrauch (WLTP): 16,7–18,6 kWh / 100 km; Reichweite: 411–459 km; Beschleunigung (0–100 km/h): 6,0 sec; Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h; Preis: Fr. 57 200.–; Testwagen: Fr. 74 974.–