Ein Ärzteteam des Massachusetts General Hospital versah den Afroamerikaner Richard «Rick» Slayman vor zwei Monaten mit einer Schweineniere. «Xenotransplantation» lautet das Zauberwort für ein medizinisches Verfahren, das dereinst das Leben Tausender verlängern könnte – den Austausch erkrankter menschlicher Organe durch tierische.

Slayman war der erste Mensch, der dank einer Schweineniere länger am Leben geblieben ist. Seine Nieren waren seit Jahren nicht mehr funktionsfähig, selbst ein transplantiertes menschliches Organ verbesserte seinen Zustand lediglich während fünf Jahren. So blieb Slayman letztlich nur die Wahl, zu sterben oder das Risiko dieses ungewöhnlichen Eingriffs auf sich zu nehmen.

Es spricht für seinen Mut und seine Zuversicht, dass er dem Eingriff zustimmte. Er wusste genau, worauf er sich einliess. Laut seiner Partnerin Faren wollte er die Überlebenschancen künftiger Patienten verbessern.

Dabei führte Richard «Rick» Slayman bis zur akuten Phase seiner Krankheit ein gewöhnliches Leben, das ihm nicht mehr oder weniger abverlangte als der grossen Mehrheit. Er lebte in Weymouth, einer typisch amerikanischen Vorstadt von Boston. Beruflich dirigierte er via Leitsystem die Buskurse des öffentlichen Verkehrs, bis er die Arbeit aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Nun ist Richard Slayman mit 62 Jahren verstorben, allerdings stehe sein Tod in keinem Zusammenhang mit der Xenotransplantation, lässt sein Spital etwas überraschend verlauten. Zutreffend oder nicht, seine Partnerin Faren drückte ihre Dankbarkeit dafür aus, dass sie noch ein paar Wochen an der Seite ihres Mannes weilen durfte.