Kontraste: Magazin. ARD. 2. Mai

«Investigativ, analytisch, kritisch»: In ihrer Selbstdarstellung sparen die Macher des ARD-Magazins «Kontraste» nicht mit Eigenlob. Man decke Hintergründe auf und erkläre Zusammenhänge.

In der aktuellen Ausgabe von «Kontraste» sieht das so aus: Zwanzig Minuten lang wird versucht, die Gerüchte über landesverräterische Aktivitäten der AfD zu belegen. Die Partei diene vielleicht heimlich anderen Ländern, so die Moderatorin, weil sie «zumindest in Teilen gekauft sein könnte».

Für die Beweisführung wird tief in die audiovisuelle Trickkiste gegriffen. Eine nachgestellte Szene zeigt ein angebliches konspiratives Treffen in einem Auto. Man holt alte Bilder aus dem Archiv, wo sich X und Y die Hand schütteln, was Politiker nun einmal gelegentlich tun. Und ein Mitarbeiter der AfD berichtet von geheimnisvollen Vorgängen in der Parteizentrale – anonym, mit verzerrter Stimme und nicht überprüfbar.

Dazwischen ergiesst sich eine Flut von Konjunktiven über das Publikum: «Soll, könnte, mutmasslich.» Es sind so viele Ungewissheiten, dass die Redaktion relativieren muss. «Harte Vorwürfe, für die es bislang aber noch keine Beweise gibt» oder «Es gibt aber noch keine Belege dafür, dass» – so die Stimme aus dem Off. Aus ihr spricht die Hoffnung, dass sich dereinst beweisen lässt, was hier geschickt konstruiert wird.

Wäre der Beitrag im Keller eines frustrierten Bürgers für Youtube entstanden: Man hätte ihn aufgrund der Machart als Verschwörungstheorie abgetan. Strahlt die öffentlich-rechtliche ARD solches aus, ist es hingegen eine investigative Leistung.