Wer beim Skifahren unglücklich stürzt, ins Spital muss und dort positiv auf Corona getestet wird, den registriert man im Universitätsspital von Genf laut dem Onlineportal Léman Bleu als Covid-19-Fall. Das treffe auf fast die Hälfte aller Corona-Patienten dieses Krankenhauses zu. Mit anderen Worten: Die Spitalstatistik ist ein grosser Bschiss.

Nun kann man sich vielleicht auf den Standpunkt stellen, das Genfer Unispital sei eine Ausnahme. Der Weltwoche sind allerdings seit Wochen schon entsprechende Meldungen zugetragen worden, die sich aber nie verifizieren liessen, weil sich das Personal aus Angst vor Repressionen nicht offen darüber zu reden traute.

Im Vertrauen aber berichteten Spitalangestellte aus der Ostschweiz von ähnlich frisierten Statistiken, wie sie jetzt in Genf offenbar festgestellt wurden. Sollte sich herausstellen, dass mit getürkten Spitalstatistiken Stimmung gemacht wurde, wäre dies ein ungeheuerlicher Skandal, der das Vertrauen in die Gesundheitsbehörden noch mehr erschüttern würde.

Gesundheitsminister Alain Berset kann hier nicht mehr einfach zur Tagesordnung übergehen. Es braucht eine saubere, flächendeckende Untersuchung, wie die Schweizer Spitäler die Corona-Patienten erfasst haben und unter welchem Titel diese tatsächlich eingeliefert wurden.