Bisweilen liest man auch einen offensichtlich schwächebehafteten Roman begeistert und mit Gewinn. «Ich bin Charlotte Simmons» von Tom Wolfe war letztes Jahr so ein Buch; die Handlung liess an Stringenz zu wünschen übrig, auch vernachlässigte der Autor seine Hauptfigur sträflich, anderseits fesselte er allein durch die akkurate Beschreibung amerikanischer Hochschulsitten, durch die Beigabe amüsanten Kolorits und Slangs, durch die feine und kundige Art der Gesellschaftsbeobachtung. Ähnlich ergeht es einem grundsätzlich mit dem neuen Werk des britischen Thriller-Altmeisters John le Carré, 74: «Geheime Melodie» weist Mängel auf, die aber durch die Erzählkraft des Autors mehr als a ...
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