Die Blick-Schlagzeile tönt wie ein Wunder der Biologie: «SRF-Moderator Olivier Borer und sein Ehemann im Babyglück».

Doch keine Sorge: Hier geht alles mit (vermeintlich) rechten Dingen zu und her. Der bekannte Fernsehmann, der vor drei Jahren auf demselben Kanal die frohe Kunde der Geburt des ersten Sohnes Naël Yunus mit epischen Worten verkündet hatte («Wir sind die stolzesten Eltern des Universums. Und wir versprechen dir, du kleines Bündel voller Glückseligkeit: Wir werden dich bedingungslos lieben und immer für dich da sein»), blendete die biologischen Sachzwänge auf dem Umweg über die USA aus. Dort stellte sich eine Leihmutter zur Verfügung und erfüllte den eigentlich nicht zu erfüllenden Kinderwunsch.

Derweil inszeniert sich Borer als moderner Papa in einer noch moderneren Welt. Den Vorwurf, dass Egoismus über gesundem Menschenverstand steht, dürfte er negieren. Auf Instagram schreibt er heute vielmehr: «Unser Kleiner wird bald der Grosse sein. Denn: Unsere Familie wächst um ein Herz, zwei Füsschen und zwei Händchen. Unsere Hände werden derweil voll sein. Unsere Herzen noch voller. Wir sind so vorfreudig, aufgeregt und dankbar.» Dazu postet er Fotos seines Sohnes Naël, der Ultraschallbilder seines ungeborenen Bruders oder seiner ungeborenen Schwester in den Händen hält.

Wir wünschen den werdenden Vätern alles Gute – und ihren Kindern ein glückliches mutterloses Leben. Gleichzeitig bleibt – auch diesseits von jeglichem Moralismus – eine Frage unbeantwortet: Ist das Leben wirklich ein Selbstbedienungsladen, in dem biologische Tatsachen und grundsätzliche Werte nichts mehr zählen?