FDP-Vize Wolfgang Kubicki verlangt von CDU-Chef Friedrich Merz eine öffentliche Entschuldigung für dessen Aussagen während der Corona-Zeit. Dies berichtet die Bild-Zeitung.

Hintergrund: Merz hatte im November 2021 in der ZDF-Talkshow «Markus Lanz» kritisiert, dass das Land «in Geiselhaft genommen» werde von «Corona-Leugnern und Impfgegnern». Diese Wortwahl sei inakzeptabel gewesen, so Kubicki, der auf der Plattform X schrieb: «Er sollte sich dafür entschuldigen, denn er möchte auch Kanzler der Millionen Deutschen werden, die sich gegen eine Impfung entschieden haben.»

Kubickis Forderung fällt nicht zufällig jetzt: Zuvor hatte sich der frühere «hart aber fair»-Moderator Frank Plasberg bei der Philosophin Svenja Flasspöhler entschuldigt. Diese hatte sich damals öffentlich für die Rechte Ungeimpfter starkgemacht und war von Plasberg in der Sendung kaum zu Wort gekommen. Sie berichtete kürzlich bei einer Veranstaltung auf dem Kölner Literaturfestival Lit.Cologne, sie habe «ein kleines Trauma» davongetragen und sei «in eine Schwurbelecke» abgeschoben worden.

Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte in einem Interview mit der Bild-Zeitung eingestanden, dass es ein Fehler gewesen sei, von einer «Pandemie der Ungeimpften» zu sprechen. Interne Protokolle des Robert-Koch-Instituts (RKI) hätten inzwischen deutlich gemacht, dass Ungeimpfte genauso zur Virusverbreitung beigetragen hätten wie Geimpfte.