Die Nato-Staaten sollten ihre Beziehungen zu Russland schrittweise wiederherstellen, sobald der Ukraine-Krieg beendet ist. Diese Ansicht vertritt Nato-Generalsekretär Mark Rutte. In einem Interview mit Bloomberg TV erklärte er, es sei «normal», nach dem Krieg zur Diplomatie zurückzukehren.

Ruttes Äusserungen kommen unmittelbar nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump. Washington bemüht sich derzeit um eine Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew. Trump hat zudem signalisiert, dass er auch wirtschaftliche Beziehungen zu Russland wiederaufnehmen möchte – ein Ansatz, den Kremlchef Wladimir Putin unterstützt.

Die Frage einer Nato-Mitgliedschaft der Ukraine sei derzeit nicht Teil des Friedensprozesses, so Rutte. Damit bestätigt er eine Kernforderung Russlands. Währenddessen liefern europäische Nato-Staaten weiterhin Waffen an Kiew. Frankreich hat sogar die Entsendung von Truppen ins Gespräch gebracht, um eine Waffenruhe zu überwachen – ein Vorhaben, das Moskau als Provokation ansieht.

Innerhalb der EU gibt es unterschiedliche Haltungen: Während Länder wie Ungarn und die Slowakei für einen diplomatischen Kurs plädieren, drängen andere weiterhin auf eine konfrontative Linie gegenüber Russland.