Während in der Privatwirtschaft viele bis 65 oder länger arbeiten, gönnt sich knapp jeder zweite Angestellte des Bundes, der SBB oder der Post den vorzeitigen Ruhestand. Laut einem Bericht der Sonntagszeitung liegt das durchschnittliche Pensionierungsalter bei der Bundespensionskasse Publica bei 63,7 Jahren für Männer und 63,4 Jahren für Frauen – deutlich unter dem gesetzlichen Rentenalter.

Besonders auffällig ist die Quote bei den staatsnahen Betrieben: Bei den SBB lassen sich 56 Prozent der Männer und 84 Prozent der Frauen vorzeitig pensionieren. Bei der Post sind es 44 Prozent der Männer und 80 Prozent der Frauen. Zum Vergleich: In der Gastronomiebranche gehen laut Gastrosocial-Pensionskasse lediglich rund 32 Prozent der Beschäftigten früher in Rente.

Der Grund liegt auf der Hand: Beamte können es sich leisten, schreibt die Sonntagszeitung. Eine Frühpensionierung kostet gemäss Experten rund 100.000 Franken pro vorgezogenes Jahr – Summen, die in der Privatwirtschaft selten zur Verfügung stehen. In der Finanzindustrie hingegen ist der Trend ähnlich wie bei den Beamten: Bei der UBS liessen sich 72 Prozent der Frauen und 62 Prozent der Männer vorzeitig pensionieren.

Eine Umfrage von Swiss Life zeigt: 45 Prozent der Frühpensionierten wollen einfach den Ruhestand länger geniessen. Nur ein Viertel nennt gesundheitliche Gründe, betriebliche Restrukturierungen spielen kaum eine Rolle.