Trotz des beschlossenen Atomausstiegs spricht sich eine Mehrheit der Deutschen für eine Rückkehr zur Kernenergie aus. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Innofact für die Bild-Zeitung wünschen sich 55 Prozent der Befragten einen Wiedereinstieg. Nur 36 Prozent lehnen dies ab, 9 Prozent sind unentschieden.

Besonders hoch ist die Zustimmung bei Männern: Für eine Reaktivierung der zuletzt abgeschalteten Meiler sprachen sich 22 Prozent aus, während 32 Prozent sogar für den Neubau neuer Atomkraftwerke plädieren.

Deutschland hatte im April 2023 seine letzten drei Atomkraftwerke vom Netz genommen – eine Entscheidung, die ursprünglich für Ende 2022 geplant war. Der finale Ausstieg erfolgte nach einer kurzfristigen Laufzeitverlängerung infolge der Energiekrise, die durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgelöst worden war.

Die Union will laut ihrem Wahlprogramm nun prüfen, ob eine Rückkehr zur Atomkraft möglich ist – zumindest durch die Wiederinbetriebnahme bestehender Anlagen. Der schrittweise Atomausstieg wurde im Jahr 2011 von der schwarz-gelben Bundesregierung unter Angela Merkel beschlossen, nachdem es zur Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima gekommen war.