Die Kampfbereitschaft in der Schweiz ist gering: Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup für die Sonntagszeitung würden nur 41 Prozent der befragten Schweizer im Falle eines Kriegs bereit sein, für ihr Land zu kämpfen. Damit belegt die Schweiz Platz 29 von 45 untersuchten Ländern – gleichauf mit den USA. In der EU liegt der Durchschnitt gar nur bei 32 Prozent. Am höchsten ist die Kampfbereitschaft ausserhalb Europas, etwa in Armenien (96 Prozent) oder Saudi-Arabien (94 Prozent).

Wie die Sonntagszeitung berichtet, lässt sich die geringe Kampfwilligkeit im Westen nicht durch Pazifismus erklären. Vielmehr überwiege die Haltung, dass andere – Armee, Nato oder Alliierte – schon für Sicherheit sorgen würden. Der Historiker Herfried Münkler spricht von einer «postheroischen Gesellschaft», in der die persönliche Entfaltung über das kollektive Opfer hinausgehe.

Besonders auffällig: Frauen und ältere Menschen zeigen signifikant weniger Bereitschaft, militärisch zu kämpfen. Bei Frauen liege das laut der zitierten Studie vor allem an spezifischen Bedenken wie dem Risiko sexueller Gewalt oder physischen Anforderungen. Viele wären aber bereit, sich auf andere Weise einzubringen – etwa im Nachrichtendienst.

Für den jungen Artillerie-Leutnant Mick Biesuz kommt das Resultat nicht überraschend: Die Schweiz sei ein sicheres Land ohne unmittelbare Bedrohung. Die Auffassung, ein Krieg könne auch uns treffen, erscheine vielen als schlicht unvorstellbar.