Bei Tele Züri flogen kürzlich die Fetzen. SP-Gemeinderätin Rahel Habegger und SVP-Kantonsrätin Susanne Brunner lieferten sich zum Thema der geschlechterneutralen Verkehrs-Signalisation einen (verbalen) Schlagabtausch, dass es jedem Freund des Preisboxens warm ums Herz wurde.

Genossin Habegger warf der Stadt Zürich vor, dass sie mit den bestehenden Signalisationen, die praktisch nur Männer zeigen, die Frauen und andere Bevölkerungsgruppen bewusst aus dem Stadtbild ausblende – und damit in letzter Konsequenz die Sicherheit gefährde. Sinngemäss stellte sie die Frage, wie sich Kinder, Frauen und gleichgeschlechtliche Paare von einer Signalisation angesprochen fühlen sollten, wenn darauf nur Männer zu sehen seien.

Kantonsrätin Brunner, eine lautstarke Gegnerin des Gendersterns, unterstellte ihrer «Kollegin», «frech und unverantwortlich» zu handeln: «Weshalb wollen Sie etwas ändern, das bestens funktioniert?» Würden die Verkehrsschilder angepasst, wäre dies, gemäss Brunner, «unnötig, falsch und irreführend». Ganz abgesehen von den Kosten: Die Stadt Genf, die als erste Schweizer Metropole die Signalisation angepasst hat, gab dafür 56.000 Franken aus.

Spätestens bei diesem Punkt wurde es Habegger etwas unbequem. Im Sinne eines geordneten Rückzugs wies sie darauf hin, dass es bei ihrem parlamentarischen Antrag «nur» um ein Postulat und eine Forderung zur Prüfung gehe. Brunner liess sich dadurch aber nicht besänftigen. Sie warf Habegger die «Spaltung der Bevölkerung» vor – nicht mehr und nicht weniger.

Fazit I: Der Unterhaltungswert der Sendung war nicht zu unterschätzen. Gleichzeitig muss man sich fragen: Gibt es im Parlament nichts Wichtigeres zu tun, als ein ideologisches Scheingefecht zu führen, das letztlich nur Missverständnisse und Kosten verursacht – und die meisten Menschen nervt?

Fazit II: Punktsieg für Brunner. Aber das Gefecht geht weiter. Der letzte Gong steht noch aus.