Letzthin war es still geworden um ihn, und auch sein erbitterter Erzfeind in Ankara, der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, schien nicht mehr so nachhaltig wie früher seine Auslieferung von den Amerikanern zu fordern. Der Prediger und Multi-Millionen-Geschäftsmann Fethullah Gülen dämmerte in den letzten Jahren in seinem Exil im amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania offensichtlich nur noch dahin – nieren- und zuckerkrank, und nach einigen Berichten dement.
Von ihm ging keine Gefahr mehr für die Türkei aus. Jedenfalls nicht in dem Ausmass, in dem die türkische Regierung sie jahrelang dargestellt hatte. Einst waren Gülen und Erdogan Verbündete im Kampf ge ...
Dies ist ein ABO-Artikel
Jetzt für CHF 9.- im ersten Monat abonnieren
Nur für Neukunden, danach CHF 29.-/Monat und jederzeit kündbar.
Oder einfach einloggen…
Wenn Sie als Nicht-Abonnent noch keinen Account besitzen,
registrieren Sie sich jetzt und Sie können 5 Abo-Artikel gratis lesen.
Wenn Sie als Abonnent noch keinen Account besitzen,
registrieren Sie sich jetzt und Sie können sämtliche Artikel lesen.
Nun - bis zum Putschversuch 2016 war die türkische Armee immer die letzte Instanz um Kommunisten oder radikale Islamisten einzudämmen. Diesen Faktor beseitigte Erdogan durch die Gunst der Stunde 2016. Zwar ist nun sein schärfster Gegner aus alten Tagen weg - allerdings: Octavian war 20 als er das 2. Triumvirat begründete und regierte nach dessen Zerfall 45 Jahre lang bis zu seinem Tod mit knapp 77 - Erdogan ist nun 70. Was kommt nach ihm - Vergöttlichung oder damnatio memoriae?