Als er noch Innenminister unter SPD-Kanzler Schröder war, schreckte Otto Schilydie Öffentlichkeit mit der Idee auf, man könne doch Flüchtlingslager in Nordafrika einrichten, um den Asyldruck in Europa zu vermindern. Vor zehn Jahren war Schilys Vorschlag ein intellektueller Skandal, heute wirkt er weitsichtig. Der Anwalt mit dem römischen Charakterschädel gehört zu jener Generation pragmatischer Sozialdemokraten, die sich nicht scheuten, unerfreuliche Wirklichkeiten beim Namen zu nennen. Er ist nach wie vor, bald 85-jährig, ein akurater Beobachter des Zeitgeschehens. In seiner Biografie spiegeln sich die Wege und Verzweigungen der deutschen Nachkriegsgeschichte: Aufgewachsen als Soh ...
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