Es freut und berührt mich zu erfahren, dass Sie dereinst Ihre Abdankung mit dem ganzen Tamtam einer traditionellen Trauerfeier durchführen lassen möchten. «Eine Prozession soll es sein, um den Zentralplatz in Martigny herum, auf dem Sarg die Flaggen meiner Heimatstadt und der Schweiz, in der Kirche ein Requiem mit gregorianischen Chorälen. Dann ein Fest für meine Familie und das Volk.»
So haben Sie es in einem Interview mit der NZZ beschrieben. Gewisse Leute mokieren sich über diesen Wunsch. Ich finde: Das ist eine revolutionäre Entscheidung! Endlich wagt es einer, zu einer guten alten Tradition zurückzukehren! Dem eigenen Tod die Feierlichkeit zu schenken, den er verd ...
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Sehr geehrter Herr R., wiederum (wird bald langweilig) will ich Ihnen danken für diesen klugen Brief! Ja, das Sterben und der Tod haben in unserer Gesellschaft längst die Rolle von Aschenputtel - oder der Pechmarie? Auf jeden Fall eben wie alte, scheinbar überholte Märchen - die will man nicht hören. Beim „Death Café“ kann man noch darüber plaudern, als würde es einem nie treffen. Ich finde es sehr mutig von Herrn Couchepin, sich mit Allem zu befassen und wer feiern will - klar doch! Ich nicht.
Schade finde ich auch, dass man sich heutzutage als kremierte Asche irgendwo ins Meer, über die Berggipfel oder in Seen verstreuen und verwehen lässt. Damit nimmt man Angehörigen und Nachfahren die Möglichkeit, des Verstorbenen vor einem schönen Grabstein in einem idyllischen Friedhof zu gedenken. Aber jedem halt das Seine.