Sie haben Mut, und das gefällt mir. Als Leiter Unternehmenskommunikation bei Swisscom haben Sie schon mehrere geniale Werbeideen ausgeheckt, ich denke an die Skipisten von Swiss-Ski in den Farben des Hauptsponsors Swisscom. Jetzt haben Sie zusammen mit dem Zürcher Designer Beda Achermann eine Idee entwickelt, die viel mehr als Werbung ist.

Am Anfang war Ihre Merchandising-Idee für Mitarbeiter, coole silberfarbene Daunenjacken mit dem kleinen Aufdruck «079». Nur die drei Zahlen der Swisscom-Vorwahl. Dann entstand bei einem Essen mit Achermann im «Flügelrad» in Olten die Idee, die drei Zahlen 079 als Label weiterzuentwickeln. Mit Schweizer Modemachern wie Ursina Gysi oder Christa Bösch neue funktionale Kleider zu kreieren, mit einem klaren Schweiz-Bezug und stets mit einem grossen 079. Vorgeführt von Schweizer Kreativen wie Dominic Stricker (Tennis), Lisa Brudermann (Musik), Stress (Musik), Tobias Spichtig (Kunst) et cetera. Erste Bilder waren in den Medien zu sehen, am besten gefällt mir der Anzug «Alpaufzug» von Ottolinger, eine witzige Umsetzung von Appenzeller Motiven. Die Kampagne soll vor allem die volatile jüngere Kundschaft ansprechen, die sich mit traditioneller Werbung nicht leicht einfangen lässt. «Der Verweis auf das beste Glasfasernetz des Landes knallt nicht wirklich», sagen Sie, «das ist nicht sexy genug.» Werbung mit Preisvorteilen verfängt bei den Jungen auch nicht mehr.

Die Kleider werden alle hier entworfen und produziert und bald weltweit an diversen Modeshows eine optimale Visitenkarte für die Schweiz abgeben. Sie wollen «eine Plattform schaffen, die Schweizer Kreativität mit der Welt verbindet». Wenn doch nur alle grossen Firmen ihren ambitiösen Kommunikationschefs so viel Freiraum bieten würden . . . Wobei ich mir vorstellen kann, dass selbst bei Swisscom grosse Überzeugungsarbeit nötig war, bis das Kind im Bade war.

Gratuliere.

Mit freundlichen Grüssen
Peter Rothenbühler