«Energie ist knapp. Verschwenden wir sie nicht.» Mit diesem Slogan startete der Bundesrat Ende August 2022 seine Kampagne, die das Volk zum freiwilligen Energiesparen bringen wollte.

Die damalige BundesrÀtin Simonetta Sommaruga versprach, die öffentliche Verwaltung werde mit gutem Beispiel vorangehen. Die Regierung ordnete eine Maximaltemperatur von 20 Grad in Bundesbauten an. Bis zu 20 Prozent Heizenergie sollten so eingespart werden.

StÀnderatsprÀsidentin Brigitte HÀberli-Koller mag es aber offenbar gern wÀrmer. Sie hat diese Woche angeordnet, die Heizungen im Ratsaal wieder auf 22 Grad hochzuschrauben. Das berichtet der Tages-Anzeiger. Demnach herrscht diese Temperatur auch im Nationalratssaal.

HĂ€berli-Koller begrĂŒndet das damit, dass viele Parlamentarier und Mitarbeiter der Verwaltung aufgrund der Zugluft erkĂ€ltet oder sogar krank seien. Was man den Politikern keinesfalls zumuten will, setzt man bei den einfachen BĂŒrgern aber voraus. Denn die Energiesparkampagne soll auch im nĂ€chsten Winter fortgesetzt werden. Weitere sieben Millionen Franken Steuergelder sind geplant, um dem Volk das freiwillige Frösteln schmackhaft zu machen.

Auf der Webseite Nicht-verschwenden.ch gibt der Bund Auskunft ĂŒber die Versorgungslage und Tipps, was man selbst dazu beitragen kann. Dort heisst es: «Wer jetzt Energie einspart, stĂ€rkt die Schweiz.»

Womit nun klargestellt ist: Die Schweiz zu stÀrken, ist nicht die Aufgabe der Volksvertreter. Das sollen bitte die WÀhler erledigen.