Nehmen wir mal Nike. Kennt jeder. Der US-Sportartikel-Hersteller beschäftigt mehr als 450.000 Menschen in 130 Fabriken in Vietnam, das nun mit einem Zoll von 46 Prozent belegt wird. Prompt ist die Nike-Aktie um 7 Prozent eingebrochen, nachdem US-Präsident Donald Trump seine Zölle verkündet hatte. Will Trump erreichen, dass Nike wieder mehr in den USA produziert? Dass das passiert, ist unwahrscheinlich. Die margenschwache und arbeitsintensive Bekleidungsindustrie hat es schwer, in Hochlohnländern zu florieren. Sie gehört auch nicht zu den strategischen Branchen, die Trump unbedingt heim ins Land holen will. Was ist also los mit seinem «Make America Great Again?»

In dieser Frage liegt Hoffnung. Und es liegt die Vermutung darin, dass hier der Dealer und Manager Trump am Werk ist, der erst mal einen grossen Schaden anrichtet, um hinterher einen mittleren Erfolg einzufahren. Der Bestehendes zertrümmert in der Absicht, aus den Scherben etwas Neues zusammenzusetzen. Wenn dem so ist, lohnt es sich, auf Trump gelassen zu reagieren. Wenn dem so ist, war möglicherweise die Reaktion der Schweizer Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter auf der Plattform X die allerbeste. Sie schreibt lakonisch: Man nehme die Zoll-Entscheidung zur Kenntnis.

Der Rest der Welt ist in heller Aufregung: Trump drehe das Rad der Globalisierung auf den Stand der vorletzten Jahrhundertwende zurück, schreibt der britische Economist. Von einem schweren Schlag für die Weltwirtschaft, der Gegenmassnahmen erfordere, spricht EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen. Und die an sich besonnenen Japaner lassen sich zu einem «äusserst bedauerlich» hinreissen, was in ihrer Sprache die Umschreibung für ein katastrophales Desaster ist.

Doch sie alle sollten sich ihre Nikes an den Füssen anschauen und darauf zählen: Kein US-Präsident wird auf Dauer die eigene Ökonomie und damit die eigenen Leute derart schädigen, wie Trump es gerade tut. Er wird verhandeln, wetten?