Länder haben keine Freunde, sondern Interessen.

Wenn wir diese Interessen kennen, weiss man mehr über die Handlungsweise. China verteidigt erbittert seine Territorien, tritt heute selbstbewusst auf und fordert Amerika heraus. China denkt langfristig und weitet seinen wirtschaftlichen Einfluss auf alle Kontinente aus.

Russland interessiert sich für Land. «Russische Erde» wird fast schon geheiligt, Grösse zählt.

Die Russen haben nach dem Zerfall der Sowjetunion viel Land verloren und möchten es eigentlich zurückhaben. Die Ukraine betrachten sie als einen Teil Russlands. Und Russland will zum Schutz des eigenen Landes keine feindlichen Stellungen in Grenznähe – so wenig wie die Amerikaner.

Die USA beherrschten nach 1945 als einzige globale Grossmacht die Welt. Heute lassen dies die Chinesen nicht mehr zu. Militärisch gesehen sind die Amerikaner der Hauptteil der Nato und engagieren sich in der Ukraine. Aber auch im Nahen und Mittleren Osten und im Südchinesischen Meer. Die Regierung Trump findet: «Das ist militärisch für Amerika zu viel.» Darum ziehen sich die USA aus der Ukraine zurück und überlassen diese den restlichen Nato-Staaten.

Diese Nato-Staaten müssen deshalb aufrüsten. Die EU will 800 Milliarden Euro in die Rüstung stecken – aus leeren Kassen. Sie bleibt aber dennoch angewiesen auf die USA.

Die Schweiz muss sich wie immer selber verteidigen. Das ist erfolgreich mit der dauernden, bewaffneten und vollständigen Neutralität. Wir müssen unsere Armee rasch wieder in Ordnung bringen und unabhängig bleiben. Das hält einen allfälligen Feind ab. Vertrauen zu haben, dass ein anderes Land der Schweiz helfen würde, ist eine Illusion. Vertrauen verdient aber das zweihundertjährige bewährte Abwehrsystems.