8 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind arm. Das hat das Bundesamt für Statistik (BfS) heute bekanntgeben. Ein Grund, einmal hinzuschauen, was die Beamten als «arm» bezeichnen.

Hier die Liste mit den dreizehn verschiedenen Kriterien, die einigermassen willkürlich wirken: Wenn bei jemandem sieben davon nicht zutreffen, kann man laut BfS bei dieser Person von «erheblicher materieller und sozialer Deprivation (Entbehrung)» sprechen.

  • Keine Zahlungsrückstände (Miete oder Hypothekarzinsen für den Hauptwohnsitz, laufende Rechnungen für Wasser, Strom, Gas und Heizung sowie Kreditrückzahlungen)
  • In der Lage sein, unerwartete Ausgaben von 2500 Franken innerhalb eines Monats zu tätigen
  • In der Lage sein, eine Woche Ferien pro Jahr weg von zu Hause zu finanzieren
  • In der Lage sein, mindestens jeden zweiten Tag eine Mahlzeit mit Fleisch, Fisch oder vegetarischer Entsprechung zu haben
  • In der Lage sein, die Wohnung ausreichend zu heizen
  • Ein Auto zur privaten Nutzung haben
  • Ersetzen von abgenutzten Möbeln
  • Internetzugang zu Hause (inkl. Smartphone, Tablet etc.)
  • Abgetragene Kleider mit einigen neuen Kleidern ersetzen können
  • Besitz von zwei Paar passenden Schuhen, davon ein Allwetterpaar
  • Jede Woche etwas Geld für sich selbst ausgeben, ohne jemanden fragen zu müssen
  • Regelmässige kostenpflichtige Freizeitbeschäftigung
  • Mindestens einmal im Monat Freunde oder Familie zum Trinken oder Essen treffen

Oder anders gesagt: Wer sich kein Auto leisten kann, nicht in die Ferien reisen kann, kein kostenpflichtiges Hobby betreiben kann, für neue Möbel sparen muss, nicht mindestens einmal im Monat mit Freunden auswärts essen geht, nicht immer spendabel sein kann und innert kurzer Zeit nicht 2500 Franken aufwerfen kann, darf sich in der Schweiz als «arm» bezeichnen.

Oder wie heisst es so schön: Es ist eben immer alles eine Frage der Definition.