Gestern Donnerstag veröffentlichte die Weltwoche eine Eilmeldung: «Uni Basel führt Gesinnungstest ein.» Wer doktorieren wolle, müsse sich zu «kultureller Vielfalt», «Diversität» und «Inklusion» bekennen. Ein Psychologe der Hochschule warne vor Missbräuchen der neuen Regel.

20 Minuten griff die Recherche auf und meldete sich noch am selben Tag bei der Universitätsleitung. Da war der Leitfaden mit den Fragen nach der woken Gesinnung bereits nicht mehr verfügbar. Er werde «überarbeitet».

Gut so. Das einzige Kriterium muss sachbezogen die wissenschaftliche Leistung sein. Das wäre doch eine Selbstverständlichkeit. Dass man es überhaupt aussprechen muss, zeigt, auf welche Abwege manche Universitäten geraten sind.

Man fragt sich: Weshalb braucht es überhaupt diesen Druck von Medien? Sind die Universitäten bereits so ideologisch? Sind die Professoren schon so stromlinienförmig angepasst, so gehirngewaschen – moralisch ausgedrückt: so feige –, dass sie selbst den Mund nicht aufmachen und dem Treiben nicht Einhalt gebieten?

Es ist vielleicht bezeichnend, dass der Psychologe Martin Steppan, der als einziger Universitätsangehöriger den Mut aufbrachte, hinzustehen und das Gesinnungsverhör zu kritisieren, als Doktor und Dozent hierarchisch auf der untersten Stufe der akademischen Karriereleiter steht.

Von den hochdotierten Damen und Herren Professoren kein Wort. Es entsteht der Eindruck eines Kopfnicker-Vereins, der mit ideologisch zu engen Unterhosen unterwegs ist.

Wenn ich zum Frühling einen frommen Wunsch frei hätte: Bitte mehr geistige Frischluft, mehr «Diversität» und «Vielfalt» im Denken und Debattieren an unseren Universitäten! Und weniger Eintopf im Kopf.