Während vieler Jahre gehörte Markus Häfliger zu den wichtigsten Stimmen in Bern. Der preisgekrönte Journalist berichtete kompetent und unaufgeregt aus dem Bundeshaus. Seit einigen Wochen ist der Ex-Reporter Public-Affairs-Verantwortlicher bei der schweizerischen Heilsarmee. Der Wechsel ist ihm geglückt, wie seine Moderation eines Gesprächs mit Bundespräsidentin Viola Amherd beim Weihnachtsessen der Mitte-Fraktion im Hotel «Bellevue Palace» zeigte. Häfliger stellte eine Reihe sogenannter softball questions, wie die Amerikaner sagen. Das sind unverfängliche, für den Interviewten leicht zu beantwortende Fragen. Das tönt dann so: «Ist man als Bundespräsidentin ein bisschen Landesmutter?», «Hat Sie etwas beeindruckt?» oder «Was wurde beim Essen aufgetischt?». Der PR-mässige Auftritt und die Behandlung ihres Aushängeschilds kam bei der Mitte auf jeden Fall gut an. Fraktionschef Philipp Matthias Bregy erklärte, wenn Häfliger so weitermache, werde er noch viele solche Gespräche führen können. Mit dieser Prognose dürfte der Walliser Nationalrat recht bekommen.

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Am Anlass im «Bellevue» erschien auch Ruth Metzler-Arnold. Bregy bezeichnete die Altbundesrätin als «wohl wichtigste Sportfunktionärin der Schweiz». Tatsächlich hat sich die Mitte-Politikerin 2024 ein wichtiges Amt angeln können. Metzler-Arnold präsidiert ab Januar Swiss Olympic. Zur ehemaligen Regierungsrätin im Kanton Appenzell Innerrhoden hatte Bregy im Übrigen noch ein witziges Bonmot parat. Er erzählte, wie er vor der Wahl von Metzler in die Landesregierung 1999 zusammen mit der heutigen St. Galler SVP-Ständerätin Esther Friedli, damals wie Bregy Mitglied der Jungen CVP, vor dem Bundeshaus mit Flyern zur Stimmabgabe für Metzler aufrief. Mit Erfolg, wie sich kurz darauf herausstellte.

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Kaum sind die Festtage vorbei, wird die SVP wieder in die Vollen gehen. Im thurgauischen Horn am Bodensee treffen sich am 10. und 11. Januar die Parteikader zur traditionellen Kadertagung. Dabei geht es nicht um den Anbindungsvertrag mit der EU, sondern um ein Thema, das für die Rechtspartei ebenso wichtig ist. Die Verantwortlichen der Gruppierung haben das Thema «Für eine Schweiz in Sicherheit» gewählt. Erwartet werden gewichtige Referenten. Während der Chef der Schweizer Armee, Korpskommandant Thomas Süssli, seinen Vortrag mit «Die Schweiz braucht eine starke Armee» betitelt hat, will Markus Mäder, Staatssekretär für Sicherheitspolitik, eine «Standortbestimmung zur sicherheitspolitischen Lage der Schweiz» vornehmen, und Oliver Dürr, CEO von Rheinmetall, stellt die Frage, ob «die Schweizer Rüstungsindustrie noch eine Zukunft hat». Aber nicht nur Militärisches wird diskutiert. Erwartet wird auch Frank Urbaniok, Professor für forensische Psychiatrie, der erklären will, weshalb «bestimmte Nationalitäten krimineller als andere sind».