Das Kongresskomitee, das den Angriff auf das Capitol vom 6. Januar 2021 untersucht, verspricht der amerikanischen Öffentlichkeit für den Abend des 9. Juni eine aufrüttelnde Präsentation zur besten Sendezeit. Die News-Website Axios berichtet, das Komitee aus sieben Demokraten und zwei Republikanern (von denen einer zurücktritt) habe den früheren Präsidenten von ABC News, James Goldston, angestellt, um «einen Berg explosiven Materials in eine packende Multimediapräsentation zu verwandeln». Die Demokratische Partei hofft, ein aufwendig produziertes Fernsehspektakel werde einen Feuersturm der Berichterstattung in den Kabelfernsehsendern auslösen und eine solche Empörung gegen den ehemaligen Präsidenten Donald Trump entfachen, dass eine Flut von Spenden für die Wahlkampagne in die Kassen der Demokraten strömen werde.

Millionen sollen sich die Sendung anschauen. Wenn aber die Einschaltquote zu Trumps zweitem Impeachment letztes Jahr auf irgendetwas hindeutet, dann darauf, dass das Interesse an der Sendung vom 9. Juni eher klein sein dürfte. Laut den Umfrage-Gurus von Five Thirty Eight «wollen viele Amerikanerinnen und Amerikaner nichts mehr wissen von der Untersuchung der Ereignisse vom 6. Januar». Sosehr die Demokraten fixiert sind auf das, was sie «den Aufstand» nennen, ergab die Januar-Umfrage des Pew-Instituts, «dass der Anteil Befragter, die fanden, Trump trage keinerlei Verantwortung für den Angriff, von 2021 bis 2022 um 8 Prozent gewachsen war. Bemerkenswerterweise nahm der Anteil von Demokraten, die fanden, Trump sei in hohem Mass verantwortlich für die Vorgänge vom 6. Januar, um 11 Prozent ab.» Wenn die Demokraten die Stimmung wieder anheizen wollen, müssen sie sich anstrengen. Denn zurzeit ist sie eher lauwarm.