Die Schlagzeile hat es in sich: «Axpo forciert Gaskraftwerk – Bevölkerung nicht gefragt», titelte der Tages-Anzeiger. Der staatliche Stromkonzern wolle in Muttenz im Kanton Baselland Strom durch Gas produzieren, für «Notfälle».

Eine Volksabstimmung zum Projekt sei «nicht vorgesehen, wie die Baselbieter Regierung bestätigt».

Was über die lokale Bevölkerung hinaus für Empörung sorgt, könnte bald Schule machen: Mit dem Stromgesetz, über welche das Schweizer Stimmvolk am 9. Juni abstimmt, will der Bundesrat den Bau von Grosskraftwerken sozusagen zur Chefsache machen.

Das Gesetz sieht vor, dass das «nationale Interesse» an der Stromversorgung allen anderen Interessen vorgeht, insbesondere auch solchen des Natur- und Landschaftsschutzes. Damit wären Tür und Tor geöffnet für potenziell Tausende von Windrädern und gigantische Grossflächensolaranlagen in den Alpen.

Dabei ist bekannt: Die Schweiz ist kein Windland. Und die Sonne scheint nur, wann sie will. Zu befürchten ist, dass wir mit diesem Stromgesetz nur wenig mehr Strom hätten, dafür viel mehr Kosten.

Die Stromkonzerne lachen sich schon jetzt ins Fäustchen: Sie erhalten bis zu 60 Prozent ihrer Investitionskosten – vom Steuerzahler. Und können den Subventionsstrom erst noch teuer verkaufen.

Wer profitiert also vom diesem Stromgesetz? Sicher nicht die Bürger. Sicher nicht die Konsumenten. Sicher nicht unsere einzigartige Natur und Landschaft.

Und, leider, nicht einmal die Stromversorgung.