Die Fastenzeit ist ein Pfeiler der westlichen christlichen Kirchen. Sie soll der Busse und der Einkehr dienen. Oder sollte. Inzwischen steht ein anderes Ziel im Vordergrund.

24 evangelische und katholische Einrichtungen, vom Erzbistum Köln bis zu «Brot für die Welt», rufen zum «Klimafasten» auf. Das Motto der Fastenzeit lautet diesmal: «Gemeinsam aufbrechen in die Zukunft – Klimaschutz in der Gemeinschaft». Es geht um einen «achtsamen Umgang mit der Umwelt und einen klimagerechten Lebensstil».

Damit die Religion vor lauter Klima nicht vergessen geht, begründen die Initianten das «Klimafasten» damit, dass es immerhin um den Schutz von Gottes Schöpfung gehe.

Erreicht werden soll das unter anderem mit «Fastengruppen», für die es auch gleich eine Reihe von Tipps gibt. So könne man beispielsweise zu einem «klimafreundlichen Frühstück» oder einem «öko-fairen Abendessen» einladen.

Mit anderen Worten: Man darf sogar in der Fastenzeit ordentlich reinhauen – solange es klimafreundlich und ökologisch läuft.

Die Botschaft wird auch in die Schulen getragen. Beispielsweise mit dem «Klimatipp des Tages», der «an der Schultür für alle sichtbar ausgehängt» werden soll. Wobei die Chance gross ist, dass das in den meisten Klassenzimmern schon ohne das «Klimafasten» der Fall ist.

Wer sich durch die sieben «Wochenthemen» klickt, merkt schnell: Um die Fastenzeit als religiösen Brauch geht es nirgends. Sondern um Klimawandel, Nachhaltigkeit und einen ökologischeren Lebensstil. Die einzige Parallele zum Fasten ist der Verzicht. Aber nicht zur persönlichen spirituellen Erleuchtung, sondern zur Rettung des Planeten.